Mein täglicher Kaffee und die überraschende Verbindung zur Leber.

Mein Tag beginnt fast immer mit einem French Press Kaffee. Manchmal wird er besonders gut, manchmal nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe. Doch egal wie er ausfällt – diese Tasse gehört für mich zum Alltag dazu. Weil ich Kaffee so regelmäßig trinke, greife ich inzwischen fast ausschließlich zu Bio-Bohnen. Es fällt mir leichter, etwas täglich zu konsumieren, wenn ich das Gefühl habe, dass die Qualität stimmt.

kaffee leber 3

Was sagt die Wissenschaft?

Was mich in den letzten Jahren zunehmend beschäftigt hat, ist die Verbindung zwischen regelmäßigem Kaffeekonsum und der Lebergesundheit. Je mehr ich mich mit den vorliegenden Studien auseinandergesetzt habe, desto deutlicher wurde, wie konsistent die Ergebnisse in diesem Bereich sind.

Mehrere große Übersichtsarbeiten deuten darauf hin, dass Menschen, die zwei bis fünf Tassen Kaffee täglich trinken, in den Untersuchungen häufig ein niedrigeres Risiko für Leberfibrose, Leberzirrhose und Leberzellkarzinom aufweisen. Besonders bei einer Menge von etwa drei bis vier Tassen pro Tag war dieser Zusammenhang in vielen Analysen am deutlichsten. Eine umfangreiche Auswertung im British Medical Journal (Poole et al., 2017) hat zahlreiche Einzelstudien zusammengefasst und diesen Trend bestätigt. Auch spätere Meta-Analysen zum Leberzellkarzinom kamen zu vergleichbaren Ergebnissen (Kennedy et al., 2017).

Die positiven Zusammenhänge werden vor allem den Chlorogensäuren im Kaffee zugeschrieben. Diese Antioxidantien können oxidativen Stress und Entzündungsprozesse im Körper beeinflussen. Einige Studien deuten darauf hin, dass sie möglicherweise auch die natürlichen Regenerationsprozesse der Leber unterstützen können. Interessant ist, dass dieser Zusammenhang in mehreren Untersuchungen auch bei Personen beobachtet wurde, die bereits leichte Veränderungen an der Leber hatten.

Hinweis: Es handelt sich hierbei ausschließlich um Zusammenhänge aus Beobachtungsstudien. Eine direkte ursächliche Wirkung von Kaffee auf die Leber ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Dennoch gehört die Datenlage zur Leber aktuell zu den stabilsten im gesamten Forschungsfeld zu Kaffee und Gesundheit.

Bio-Qualität und die Wahl der Zubereitung

Bio-Kaffee trinke ich vor allem, weil ich den Eindruck habe, dass die Bohnen insgesamt besser sind. Ob sich das objektiv messen lässt oder eher eine subjektive Wahrnehmung ist, spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist für mich das Gefühl, eine gute Wahl getroffen zu haben.

kaffee leber 2

Da ich mich intensiv mit den gesundheitlichen Aspekten beschäftigt habe, stellte sich mir auch die Frage: Spielt eigentlich die Zubereitung eine Rolle? Je nach Methode gelangen unterschiedliche Stoffe in das fertige Getränk. Bei der French Press bleiben mehr Öle und bestimmte Verbindungen erhalten, was den Geschmack kräftiger macht. Papierfilter hingegen filtern einen Großteil dieser Stoffe heraus. Obwohl die Studienlage zu spezifischen Zubereitungsmethoden noch nicht so detailliert ist wie zum Kaffeekonsum allgemein, bleibt für mich das Gefühl: Mit Bio-Bohnen und meiner Lieblingsmethode mache ich das Beste aus meinem täglichen Genuss.

Fazit: Mehr als nur ein Heißgetränk

Für mich persönlich ist Kaffee weit mehr als nur ein Genussmittel. Die vorliegenden Studien liefern spannende Hinweise darauf, dass regelmäßiger Kaffeekonsum mit positiven Effekten auf die Lebergesundheit in Verbindung stehen könnte. Besonders die natürlichen Antioxidantien scheinen hier eine wertvolle Rolle zu spielen.

Jetzt würde mich aber brennend interessieren, wie ihr das seht: Trinkt ihr euren Kaffee eher aus der French Press, dem Siebträger oder ganz klassisch mit dem Filter? Und achtet ihr bei eurem täglichen Ritual auch auf die Herkunft der Bohnen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Quellen

  • Poole, R. et al. (2017). Coffee consumption and health: umbrella review of meta-analyses of multiple health outcomes. BMJ.
  • Kennedy, O. J. et al. (2017). Coffee, including caffeinated and decaffeinated coffee, and the risk of hepatocellular carcinoma. BMJ Open.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Die hier dargestellten Zusammenhänge basieren auf Beobachtungsstudien und sind nicht als Handlungsanweisung zu verstehen. Bei gesundheitlichen Fragen oder bestehenden Erkrankungen empfehle ich dringend, eine Ärztin, einen Arzt oder eine qualifizierte Ernährungsfachkraft zu konsultieren.